In einer Welt gefallener Engel, ist Einsamkeit unumgänglich.
2023/01/21
In einer Welt gefallener Engel, ist Einsamkeit unumgänglich.
2023/01/21
Seltsam, dass ich mich an jemanden erinnere, der kaum mehr als ein Traum gewesen war. Vielleicht habe ich deshalb das Leben zwar gesehen, doch das Träumen vorgezogen.
Erneut bin ich heute in die Stadt aufgebrochen. Nach stundenlanger Nachtfahrt erreichte ich mein Ziel gerade rechtzeitig, um die letzten und kostbarsten Minuten der Morgendämmerung zu erleben. Nicht, wie früher noch, bei einem Menschen, sondern stattdessen still und alleine zwischen Straßen und Häusern. Immerhin, kalt war es dieses Mal und auch ein Hauch von Schnee und Eis ruhte auf Gehwegen und Dächern. Ich fühlte mich an Wien erinnert, sehr sogar. Und noch immer frage ich mich, wenn ich die zahllosen Passanten an mir vorüberziehen sehe, ob es nun keinen oder jeden Grund dafür gab, einsam geblieben zu sein. Doch wenn es mir gelungen wäre, öfter hierher zu gelangen, hätte es mich nicht verwundert, …
Ich wünschte mir, es gäbe ein Wort für all die Dinge, die ein Mensch im Laufe eines gewöhnlichen Lebens gemeinsam erleben würde, doch, in Ermangelung dessen, entweder gar nicht; oder aber alleine durchschreitet.
2023/01/19
Die Individualität ist tot; es lebe der Konformismus.
Heute Morgen bin ich aufgewacht und habe in den Himmel hinausgesehen. Es war kalt, auch mit einer Decke um den Schultern, und mein Atem hinterließ kleine Wölkchen in der Luft. Der Himmel nachtblau, hell der einsame Sichelmond darin. Und ich habe ein wenig geweint, um Dich. Weil ich nicht weiß, wo Du liegst, und kein Grab kenne, in dem Du ruhst, habe ich mir den Sichelmond dafür ausgesucht. Gestorben bist Du still, auf einem Schlachtfeld, das außer mir keiner sehen konnte. Aufgestiegen bist Du, hast Dich ganz wie die anderen aufgelöst. Kein Blut, kein Laut, nur die Tränen derer, die es mitansehen mussten. Ob wir es sind, die nicht zurückgeblieben, sondern immer schon dagewesen waren? Wir, die wir sehen konnten, weil wir einsam waren?
2023/01/17
Was gäbe ich um Sehnsucht;
doch mehr als ein Könnte
ist das Leben nie gewesen.
2023/01/16
Ich bin in die Stadt gefahren, heute. Die Stadt, die mir sonst viel zu fern und groß ist. Ich verstand schnell, dass zwischen ihr und mir wahrlich nichts gleich gewesen war, hatte sie doch mit einem einfachen Schritt vor die Türe unter Tausenden sein können. Kein Wunder, dachte ich mir, dass ihr der Abschied so leichtgefallen war. Aber hätte ich das auch wollen, Tag für Tag zwischen Häuserschluchten aufzuwachen und dort zu leben? Ich glaube nicht, doch blieb mir stattdessen nichts als Einsamkeit. Manchmal frage ich mich dann, ob für jene Menschen, die einsam sind, leben und sterben nicht dasselbe sind, geschehen sie doch beide nur vor den eigenen Augen.
2023/01/13
Ganz zu Beginn war die Einsamkeit; und nichts auf der Welt wird mich je hinter sie blicken lassen. Jeden Schritt, den ich wage, führt doch nur zu ihr zurück und niemals darüber hinaus. Einsam zu sein, heißt als Toter wiedergeboren zu werden.
Ich denke manchmal darüber nach, mit welcher Präzision mein Leben Stück für Stück auseinandergefallen ist; zumindest das, was ich einmal als mein Leben wahrgenommen und für lebenswert gehalten hatte. Doch wenn ich heute daran zurückdenke, verstehe ich, dass all das eigentlich schon viel früher begonnen hatte. Nur gesehen, gesehen hatte ich es damals noch nicht. Und obwohl es schmerzt, und ich nichts daran ändern konnte und auch heute nicht kann, bin ich doch nicht ohne Faszination darüber, wie geradlinig alles verlaufen war. Es schien mir, so als würde auf dem Weg nach unten alles ineinandergreifen. Und wenn ich …
Das Schlimmste am Leben ist, einen weiteren Tag darin aufwachen zu müssen.
2023/01/11