Alles, das ich nicht bin.
2022/03/19
Die Distanz zu anderen bewahrt mich davor, mich für das, was ich (anderen gegenüber) bin und wäre, allzu sehr selbst zu verachten. Jemanden nahe zu sein, hieße auch, dass ich mich durch die Augen des anderen sehen und kennen müsste. Das aber kann und will ich niemandem zumuten; noch am wenigsten mir selbst.
2022/03/13
Je länger ich hier verweile, eine unbestimmte Zeit lebe, an frühen Morgen in der noch kühlen Luft umhergehe, am Tage lese und schreibe, wortlos Sonnenauf- wie Untergänge betrachte und in der Nacht schließlich alleine, nur vom Meeresrauschen und dem Lichtkegel eines fernen Leuchtturms begleitet, schlafe und träume, desto mehr verstehe ich, dass es nicht eine, sondern eigentlich zwei verschiedene Welten sind. Die, in der wir alleine sind; und die, in der wir von anderen umgeben ebenso alleine doch in unserem Alleine-sein gestört sind. Unmöglich ist es mir zu glauben, dass beides ein- und dieselbe Welt sein soll und ich weigere mich und werde mich weigern das, was ich sehe und verstehe, zu verleugnen. Vielmehr will ich nun von einer inneren, und äußeren Welt sprechen. Die innere, und das ist die, für und in der ich leben will, erkenne ich daran, …
Noch einmal jung sein; nicht, um etwas anders zu machen, sondern noch einmal so richtig einsam zu sein.
2022/03/03
As I wandered in darkness, my flashlight illuminated only little around me. I wondered what could be out there, hidden in this darkness of enchanted trees, and countless boulders. It felt as if some mystical creatures of the past once fell asleep, and turned to stone, still about to wake up again some unknown day. Tense, I listened, but it was nothing but quiet. Despite the darkness of the large trees, they stood out at the tops from the starry night sky above. For hours, I was all alone here. And I dreamt of all the things I will never see, and never will be. I dreamt as if it to be the last chance to.
2022/03/01
Und wenn ich Dich nun vergessen hätte? Ganz so, wie Du mich. Wenn ich nicht um die halbe Welt gereist wäre, tausende Kilometer und unzählige Jahre zwischen Dich und mich gebracht hätte, nur um noch immer an Dich zu denken, mich Deiner zu erinnern. Wenn ich einfach ebenso weitergegangen, gelebt und geliebt hätte. In andere Arme hätte ich mich hineingelegt, hätte den Geruch eines anderen Menschen eingeatmet und als Sehnsucht im traurigen Alltag bei mir getragen. Ich weiß nicht, ob ich nur nicht wollte; oder nicht konnte. Aber hätte das denn überhaupt einen Unterschied gemacht? War’s denn wirklich an mir?
2022/02/26
Ich glaube die meisten Worte erschöpfen sich am Leben selbst; mit den Träumen, und der Wirklichkeit, ist es nicht viel anders.
2022/02/23
Immer wieder kehren wir zurück an jene Orte, die wir nie hätten verlassen sollen. Wenn nicht im wirklichen Leben, dann im Traume. Doch wenn wir nicht aufpassen, sind es irgendwann so viele Orte, an die wir zurückkehren möchten und müssen, dass uns gar keine Zeit mehr für neue Orte verbleibt. Doch selbst wenn sie uns bliebe, die Zeit, es würden ja doch nur noch mehr werden. Früher oder später, werden wir Abschied nehmen müssen, denn selbst ein Träumer muss das Vergessen können.
2022/02/18
Hieße miteinander zu schreiben nicht, sich zwischen den Zeilen zu erzählen, dass man an- und voneinander gedacht und geträumt habe? Wären Briefe, vor allem jene aus der Ferne, damit nicht immer auch ein Wagnis, vielleicht sogar Geständnis? Darin, ein wenig verborgen und insgeheim doch erkennbar, ebenso die Frage wie gleichermaßen innige Hoffnung, dass all das auf Gegenseitigkeit beruhen möge? Wenn ich Dir geschrieben hätte, ich hätte mich damit gleichsam aus dem Fenster gelehnt, mich in unbekanntes, vielleicht zerstörerisches Terrain hineinbegeben. Und während Du, von alledem unbemerkt, weiter Dein Leben gelebt hättest, mein Brief über Tage oder Wochen unterwegs zu Dir gewesen wäre, ungewiss, ob er Dich und sein Ziel überhaupt erreichen würde, wäre mir doch so zumute gewesen, als wären wir beide wieder, ganz wie in früheren Zeiten, in stiller Vertrautheit zusammen. Briefe, sie schienen mir immer mehr als ein …