Und am Ende denkst Du noch, die ganze Welt sei so. Und weißt Du was? Sie ist.
2023/07/11
Und am Ende denkst Du noch, die ganze Welt sei so. Und weißt Du was? Sie ist.
2023/07/11
„Vielleicht ist ja irgendwann der Zeitpunkt gekommen, wo wir nicht mehr blindlings überall hinlaufen müssen nur um zu gucken, wie es da ist. Wo wir uns lebendig fühlen können. Ohne, dass immer etwas ganz Neues beginnt. Ich glaube, ich glaube einfach wir müssen uns entscheiden. Ganz einfach.“
[Mitte Ende August, 2009]
2026/06/13
Manche Filme sind wie die Menschen, die man niemals kennenlernen wird (aber immer wollte).
2026/06/11
Vielleicht habe ich vorhin Jana gesehen. Ich saß am Waldesrand, sie spazierte dort mit ihrem Vater vorüber. Jana und ich, wir sind zusammen zur Grundschule gegangen. Also, in dieselbe Klasse, meine ich. Ich ruhte auf dem Weg, im Schatten, lauschte den Vögeln, blickte ein wenig in die Baumwipfel hinauf. Sie sah, wie sie wieder kleiner und kleiner wurde, nach einer erwachsenen Frau aus. Ich aber fühlte mich wie ein Schuljunge. Ich hatte gegrüßt, und sie auch. Ich glaube nicht, dass sie weiß, wer ich bin (oder besser noch: einmal gewesen war). Wenn ich Marie einmal wiedergesehen hätte – es wäre mir wohl gleich ergangen. Ich hätte nicht verstanden, wie sie so alt werden konnte (als wäre ich es nicht auch geworden…). Jana. Damit hätte ich nun nicht gerechnet, wirklich nicht. Nur, ist es nicht egal, ob sie es tatsächlich gewesen …
Es gibt so viel, an das ich nicht denken sollte; doch sind es jene Dinge, die ich Dir am liebsten erzählen wollte.
Erinnerst Du Dich wie’s war, wenn wir von Schlaunen sprachen? Der Kurzform, unserer Kurzform von schlechten Launen? Ich hatte immer geglaubt, es sei, als würde man verfolgt werden, müsste stets auf der Hut sein und alle Verfolger abschütteln auf dass einem bloß jene Gedanken fernblieben, die einen sonst, erst einmal eingeholt, hinunterzögen. Heute sehe ich das anders. Eher kommt es mir so vor, als seien die Gedankengänge ein riesiges Labyrinth. Ein Gebilde wie lauter Straßen und Gassen einer undurchdringlichen, scheinbar endlosen Stadt. Und hier und da lauern sie, lauern in Gassen, in die ich besser nicht hineingehe, lieber noch rechtzeitig abbiege und einen riesengroßen Bogen um sie mache. Nur, die Wege, die ich noch gefahrlos gehen kann, …
Kennst Du das, wenn Du jemanden siehst, den Du gerne fragen würdest wie er gelebt habe, in den Jahren seit Ihr Euch das letzte Mal gesehen hattet? Doch es einfach keine Gelegenheit dazu gibt? Weil, ich habe heute jemanden wiedererkannt den ich das letzte Mal vor drei Jahren gesehen hatte. Damals nur für wenige Minuten, und auch heute nur. Damals wie heute blieb mir keine Gelegenheit. Aber, was soll schon groß gewesen sein, in diesen Jahren, richtig?
2026/06/05
Keine Angst, nicht einmal gegrüßt hätte ich.
2026/05/30
Samstagmorgen, kurz nach dem Gewitterregen; ich bin auf zehn Kilometer Laufstrecke keiner Menschenseele begegnet. Es tröpfelte eingangs noch, dampfte dann rege von Asphalt und Feldern. Einer der besten Läufe dieser Tage; die wahrscheinlich einzige Sache, die mir (noch) etwas bedeutet.
2026/05/30
Heute Nacht stürmte es draußen vor den Fenstern; so, als zöge ein plötzliches Sommergewitter heran. Denn Sommer war’s, und geregnet hatte es schon lange nicht mehr. Die Rollläden klapperten in ihren Kästen, die große Linde rauschte wie das Meer. Aufgeschreckt wartete ich auf den Donner, fühlte für einen Moment nichts weiter der Vorahnung eines heftigen Zusammenzuckens. Doch der Sturm blieb aus. Was sind das für Winde gewesen, heute Nacht, der ich am Fenster stand?
2026/05/30
Dass es einsam ist, schien nie ein Problem; das ganze Leben war kaum mehr als eine Aneinanderreihung verschiedenster Einsamkeiten, die aufeinanderfolgten, wie die Sekunden. Wohl aber, welche Art der Einsamkeit.
Kennst Du das, wenn Du unten am Fluss – dort, wo’s so schön kühl ist, selbst an heißen Tagen wie diesen – zum Schwimmen bist, gerade erst nach weiter Strecke aus dem Wasser kommst und instinktiv die Leute danach einteilst, ob sie nun einsam sind oder nicht einsam sind? Und dann suchst Du Dir Deinen Platz zum Verschnaufen, gerade dort, wo Du zu jedem von ihnen den größtmöglichsten Abstand hast. Und einsam, einsam ist ohnehin niemand dieser Leute gewesen.
2026/05/29