Und am Ende denkst Du noch, die ganze Welt sei so. Und weißt Du was? Sie ist.
2023/07/11
Und am Ende denkst Du noch, die ganze Welt sei so. Und weißt Du was? Sie ist.
2023/07/11
Seltsam, oder? Ich bin nicht krank geworden, wenn ich im schneidenden Wind fürchterlich auf einem Berg fror, im Regen im Schlafsack schlief, mit nassen Schuhen durch den Schnee stapfte oder stundenlang sonst in der Kälte unterwegs gewesen war. Doch kaum in der vermeintlichen Heimat angekommen, erkälte ich mich. Erst nur vage, dann, trotz sofortigem Gegenlenken, richtig. Wieso? Damit mir der Februar zum unangenehmsten, nichtigsten Monat eines jeden Jahres wird. Darum, denke ich. Damit ich nicht einmal das mehr tun kann, was mir noch etwas bedeutet – in der Natur unterwegs zu sein. Andererseits, habe ich nicht geahnt, dass es so kommen würde? Ich hätte ja fernbleiben können. Theoretisch zumindest.
2026/02/14
Die Geburtstage jener Menschen vergessen, die man einmal kannte.
2026/02/12
Ich bin heute Morgen passend zum Sonnenaufgang spazieren gewesen. Immerhin war es noch ein wenig kalt, hatte einen Anflug von Frost auf den Wiesen und Feldern. Das Sonnenlicht streifte die Bäume linker Hand, bevor ich selbst hoch genug auf dem Hügel war, um es zu sehen. Auf der anderen Seite zogen Wolken heran. Blau waren sie. Ich mag das, den Kontrast. Allerdings blieben das auch die einzigen Minuten des Tages, für die es sich zu leben lohnte. Anders gesagt, es waren die einzigen Minuten, in denen ich nicht darüber nachgedacht habe, dass ich leben muss. Seltsam, oder?
2026/02/10
Kennst Du das, wenn Du Dir denkst, Du solltest wenigstens noch diese oder jene Bilderserie abschließen, bevor Du gehst? Dabei ist es genau genommen völlig egal, macht für niemanden einen Unterschied. Allenfalls für Dich selbst. Und das zählt, oder? Seltsam eigentlich. Ich meine, dass von allen Dingen ausgerechnet diese von Bedeutung zu sein scheint.
2026/02/07
Der Nebel liegt tief auf den Feldern heute Morgen; es tropft von kahlen Bäumen, nieselt, der Schnee schmilzt träge vor sich hin. Trotzdem, schön ist es.
2026/02/07
Kein anderer sein, nein, für niemanden und auch überhaupt nie, doch stattdessen der, den man schon einmal gewesen war, als man dieses oder jenes Lied das erste Mal in seinem Leben hörte. Nur sich selbst sein, das ist alles. Noch einmal, oder meinetwegen auch auf Anfang. Aber, die Musik dafür lauter und lauter. Immer lauter, bis es das letzte Lied bleibt, doch dafür umso mehr. Kennst Du das, so zu fühlen?
2026/02/06
Älter werden heißt, sich in sich selbst zurückzuziehen.
Wenn Du jung bist, erwartest Du wer weiß was vom Leben. Allerdings erinnere ich mich nicht daran, was das gewesen sein könnte und funktioniert hat wohl auch nichts so wirklich. Dann bist Du älter, willst Du nur noch in Ruhe gelassen werden. Nur, leider scheint nicht einmal das (mehr) möglich. Vielleicht ist das der Zeitpunkt, an dem man besser gehen sollte.
2026/02/06
Er: Und am Ende, am Ende denkst Du noch, dass alle so sein könnten wie Du.
Sie: Aber, wolltest Du nicht wieder jemanden finden wie mich? Wolltest Du nicht, dass jemand ist, wie ich?
Er: Naja, ja schon, aber doch nicht die schlechten Seiten. Ich wollte jemanden, der ist wie Du ohne wie Du zu sein. Wenn das irgendeinen Sinn ergibt?
Sie: Nein, nicht wirklich. Und überhaupt, was ist falsch an schlechten Seiten?
Er: Gar nichts, eigentlich zumindest. Ich meine, ich hätte sie ja auch geliebt, die schlechten Seiten. Aber doch nicht jene, die Dich gehen ließen. Und wiedergefunden habe ich immer nur sie. Immer.
2026/01/30
Seltsam, dass es mir nahezu schon leichter schiene, in anderen Menschen keinerlei Spuren zu hinterlassen, statt in einem Wald, durch den ich streife. Und ich frage mich, wer der beiden sich eher meiner erinnern würde, doch ist das vielleicht eine jener Fragen, die ich nicht zu stellen wagen sollte.
Schon zum Sonnenaufgang bin ich heute in der Früh auf einen Berg hinauf, hatte einen mir dort schon lange gut bekannten Wald fotografieren wollen. Leider spielte das Wetter nicht mit. Statt dichten Nebels gab es Wolken, die im Tal und auf den Niederungen auflagen. Ich war unzufrieden, blieb trotzdem noch etwas dort und konnte schließlich doch das eine oder anderen Bild im Wald improvisieren. Der Wald, der herrlich von Schnee und Frost bedeckt war, blitzte im frühen Sonnenlicht umso heller auf. Jeder Schritt darin schmerzte. Spuren, die ich eigentlich nicht hinterlassen …
Kein Mensch würde leben wollen wie Du; ich will es ja nicht einmal selbst.
Weißt Du, was ich mich frage? Ich frage mich, wie ich in den kommenden Tagen und Wochen aufstehen soll. Alles, was mir hier die Kraft gab, wird mir dort fehlen. Der Winter, der anständigste aller Winter, wird es sein, der mir fehlt. Und dagegen gibt es nun wirklich kein Rezept. Wozu aufstehen, wenn es ja doch nicht kalt ist, draußen vor dem Fenster?
2026/01/30