A thousand things on my mind;
nothing but a lonely life.
2022/09/16
A thousand things on my mind;
nothing but a lonely life.
2022/09/16
Die Stadt im Rücken, den Blick in die Ferne gerichtet, ziehe ich wieder und wieder los. Nicht in sie hinein, stattdessen fort von ihr, fort von hier. Erst spät am Abend kehre ich heim, sehe in der Dämmerung wieder zum Fenster hinaus, lauschte einsam den letzten Geräuschen ihrer Bewohner, fernen Zügen, meinem Herzschlag. Nur für die Nacht bin ich zurückgekehrt, bin zuhause hier. Nicht zum Leben, sondern zum Träumen.
Schön hatte ich mir das ausgemalt, den Sommer über in die Stadt zu ziehen. Die Gewissheit zu verspüren, dass sie damit nicht länger fern ist, wenn ich sie denn bräuchte. Dass ich, wenn ich nun ihrem Äußeren leben würde, dort, wo der Blick in die Ferne noch nicht gänzlich verstellt ist und ich das städtische Schauspiel im Hintergrund ahne, jederzeit die letzten Schritte in sie hineingehen könnte. Hinein unter Menschen. Immer …
Wie oft habe ich mir das wohl schon gesagt, dass ich ein letztes Mal in die Ferne ziehe.
2022/09/15
Sometimes I wondered if the beauty of the mountains lays within the wind. Being in solitude, all alone in this rugged, and often harsh landscape, it is nothing but the sound of wind that accompanies. It feels different. The wind blowing through vast valleys, and along those giant mountains. In certain moments, it even travelled the sound of civilisation from a great distance. And after a while, I realized that the distance of two souls is not less than the distance of hours of walking. If anything, one of it will remain. So, whenever I returned into society, I felt safe for a moment, but also distant, and restless again. Only in the mountains, my soul was at ease. Only in the mountains, loneliness let go. It may take time, but these mountains didn’t arise instantly either.
In der Ferne, …
Ich lerne Dich kennen, Du gefällst mir, ich gefalle Dir nicht, wir gehen auseinander, Du fehlst mir, wir sehen uns nicht wieder. Jahre vergehen; und alles wiederholt sich. Ich weiß nicht, ob das nun Leben oder gar Liebe ist.
Wenn ich wieder einmal mit jemandem auseinandergehe, zähle ich die Tage und Wochen, seit wir uns begegnet waren. Eine Woche, ein Monat, ein Jahr, ein Leben. Ich vergesse nicht, doch protestiere ich längst nicht mehr. Vielleicht hatte ich, als ich es noch tat und mich bemühte, nicht einmal selbst geglaubt, dass es etwas nutzen könnte, doch nicht anders können. Sehnsüchtig wie ich gewesen war. Längst bleibe ich stumm, zähle und zähle. Und weil alles nichts Konkretes mehr ist, vielleicht auch gar nicht mehr sein kann, fehlen mir schon flüchtige Bekanntschaften, so als hätten wir uns tatsächlich ein ganzes Leben lang gekannt. …
„Die erste Sache, an die ich mich erinnern kann, ist, wie ich von meiner Mutter an Silvester eine Wunderkerze bekommen habe. Der Himmel war voll mit Raketen und Feuerwerkskörpern, die sprühten und explodierten und es war laut. Aber ich hatte keine Angst, sondern habe meine Wunderkerze in den dunklen Himmel gehalten und wie wahnsinnig geschüttelt (…).“
[Absolute Giganten, 1999]
Manchmal stelle ich mir vor, ich würde jemanden kennenlernen und nach einer Weile in unsere Vertrautheit hinein fragen, wie spät es denn nun eigentlich sei. Und dieser jemand, dem ich gerade das erste Mal in meinem Leben begegnet wäre, würde mir nun nicht die Uhrzeit verraten, sondern stattdessen antworten, dass diese Worte doch aus Absolute Giganten wären. Und ich glaube, dass wenn mir das geschähe, es plötzlich wieder Hoffnung gäbe. Ich könnte wieder daran glauben, dass wir auch einsam gemeinsam sein …
Von den Bäumen fällt das Laub ab, wie Tage von meinem Leben.
2022/09/07
Im Winter vor zwei Jahren hatte ich manchmal etwas außerhalb des einen oder anderen Dorfes übernachtet. Manchmal auch am Wald; doch die Übernachtungen in Sichtweite sind mir vor allem in Erinnerung geblieben. Es hatte Schnee damals; und es war ziemlich kalt. Ich hatte mich dabei nicht sonderlich einsam gefühlt, zumindest weniger als jetzt. Aber wenn ich mich heute daran erinnere, denke ich mir, dass es eigentlich furchtbar einsam schien. Vielleicht, weil es so kalt und abgeschieden war. Vielleicht war es aber auch ausgerechnet die Kälte, die jeden Gedanken, jedes andere Gefühl davongeschoben hatte. Und auch wenn es nur eine Handvoll solcher Nächte waren, bin ich mir sicher, dass sie mich sehr veränderten.
2022/09/07
In einem Anflug von Träumerei stelle ich mir vor, dass sie tanzen könnten, die Bäume vor meinem Fenster. Dass sie nach mir greifen, mich an den Händen nach draußen ziehen würden, damit wir, zusammen bei Wind und Sturm, die eigene Sterblichkeit feiern könnten, sind doch auch ihre Wurzeln, gleich den meinen, nur eine Frage der Zeit, und damit nebensächlich. Und während wir dort tanzen, das Rauschen des Aufbruchs um uns herum, fällt von den Bäumen das Laub ab, wie Tage von meinem Leben.
Draußen vor dem Fenster stürmt es. Ein lautes Rauschen zieht durch die großen Bäume hindurch, so als könnten sie sich ihrer nicht mehr sicher sein, müssten mit jedem Anlauf, und jeder Böe, um ihr Leben fürchten. Es ist, als wolle der Wind sie schüttelnd zur Besinnung bringen, oder besser gleich in die Ferne davontragen. Doch, für den …