Die Erinnerung an Einsamkeit, ist vielleicht die schlimmste aller Erinnerungen gewesen.
2021/08/24
Die Erinnerung an Einsamkeit, ist vielleicht die schlimmste aller Erinnerungen gewesen.
2021/08/24
Schrecklich stelle ich es mir vor, mit einem Menschen zusammen zu sein, dem ich nichts mehr zu sagen hätte. Auch wenn es mir erspart geblieben ist, graute mir immer davor, sich aneinander so abgenutzt zu haben. Dass uns das, was wir aneinander gefunden und füreinander empfunden hätten, allein in dem, dass wir es lebten, verloren gegangen wäre. Vielleicht ist das in Träumen anders. Noch immer begegne ich darin ein und denselben Menschen und scheine es doch nicht müde zu werden. Ich muss gestehen, ich habe von einzelnen Menschen öfter geträumt, als ich ihnen in Realität begegnet war. Es wäre wohl falsch zu glauben, dass sie keine Spuren hinterlassen würden. Ich glaube, sie graben sich tiefer in mir ein, als es die einstige Wirklichkeit konnte.
2021/08/24
Ich glaube es ist die Einsicht, dass man irrelevant gewesen ist, die am Ende blieb, und doch ungemein schwer zu begreifen war. Schließlich war man, trotz allem, noch immer Mensch gewesen. Vielleicht nicht für andere, aber doch vor sich selbst. Ich habe all die Jahre in einer Welt gelebt habe, in der ich einsam gewesen bin.
2021/08/24
Vielleicht wird die Welt im selben Maße leerer, wie es mehr und mehr Menschen in ihr gibt. Das Kollektiv greift weiter um sich, schreit nach einer vermeintlich besseren Welt und etabliert dabei doch nur den Durchschnitt. Wo sind sie nur hin, die wahren Individualisten und ewigen Träumer? Wenn es sie nicht erwischte, sie nicht bereits in der geistigen Armut des Gleichschritts untergegangen sind, bleibt nur die klammheimliche Flucht ins Exil. Wieso eine Welt bereichern, die längst im freien Fall ist? Nicht einmal von außen, sondern von innen heraus. Ist es da wirklich verwunderlich, dass man sich so unendlich verloren fühlt? Ich meine, sieh Dich doch einmal um! Übergriffig; das allein ist, was sie sind.
2021/08/23
Es gibt Tage, die in ihrer Bedeutungslosigkeit nur schwer bis unmöglich zu ertragen sind. Es ist die Einsicht, nichts gedacht, gesehen oder gefühlt zu haben. Erst am Abend, wenn es längst zu spät ist, wird es mir bewusst. Und obschon es dann bereits vorüber ist – ich hätte ja doch nichts daran ändern können. Hineingegraben hat es sich längst, unumkehrbar ins Gedächtnis und Gewissen. Ein dunkler Fleck, der bleiben und später einmal, auf der Suche nach der verlorenen Zeit, seinen traurigen Höhepunkt feiern wird. Es ist, fürchte ich, allein der Überdruss. Ich weiß nicht, ob der Welt, mir oder dem Leben selbst wegen. Und es will mir nicht gelingen, weder an diesem noch den Tagen darauf, in den Spiegel zu sehen. Zu groß ist die Scham vor mir selbst. Wenn ich dann nach draußen gehe, muss ich mich allein darauf …
„Ich vermisse Dich“, sagte sie. „Vermissen kann man doch nur, was man nicht mehr wiederfinden wird“, entgegnete ich. „Eben“, flüsterte sie, und verschwand.
2021/08/21
Vielleicht ist die Einsamkeit eines anderen unerträglicher als die eigene. Vor allem dann, wenn es eine ist, die nach Aufmerksamkeit verlangt und von Hilflosigkeit schreit. Überhaupt, welches Dasein ist nun trauriger – seines, oder meines? Manchmal glaube ich ein Einsamer, der andere um Hilfe bittet, verliert am Ende sogar die Achtung seiner Kameraden. Zumindest dann, wenn es eine gäbe.
2021/08/21
Ich gehöre zu den Menschen, die zwar da sind, aber die man nicht sieht; und wenn man sie sieht, vergisst.
2021/08/20
Die Einsicht, im Leben anderer irrelevant gewesen zu sein, ist keine schöne, aber eine zwingend notwendige.
2021/08/20