Menschen wie ich – sind in dieser Welt auf immer einsam.
Unser Schicksal ist es – geboren worden zu sein.
Unsere Einsamkeit findet ihr Ende – wenn wir das Atmen aufgeben.
Wir leben, und sterben – durch unsere eigene Hand.
2022/06/02
Menschen wie ich – sind in dieser Welt auf immer einsam.
Unser Schicksal ist es – geboren worden zu sein.
Unsere Einsamkeit findet ihr Ende – wenn wir das Atmen aufgeben.
Wir leben, und sterben – durch unsere eigene Hand.
2022/06/02
Der Wunsch, nicht mehr aufzuwachen, und länger am Leben zu sein, ist zutiefst befremdlich; wäre ich doch nicht einmal dazu in der Lage, es zu fühlen, wenn es mir schließlich gelänge. Und doch ist er mir inniger, als alles andere. Ich schlafe ein mit ihm; und ich wache an seiner Seite auf.
2022/05/30
Ich musste heute an Worte denken, die ich schon im letzten Sommer geschrieben hatte. Dass der einsamste Ort der Welt überall dort ist, wo ich selbst bin. Ich habe mehr oder weniger sturmfrei die Tage. Für die meisten in meinem Alter dürfte das längst normal sein; leben sie ohnehin alleine oder mit ihrem jeweiligen Partner zusammen. Mich selbst erinnert’s daran, dass ich nicht einmal jemanden kenne, den ich einladen könnte. Schön hätten sie sein können, diese Tage. Und glücklich. Meine Lieblingsorte hätte ich preisgegeben, ein Eis hätten wir in der Sonne im Schlosscafé genossen, Sonnenuntergänge angesehen, Zuhause lecker gekocht, miteinander eingeschlafen, Brötchen hätte ich am frühen Morgen geholt. Stattdessen hangle ich mich durch die Tage; bemüht, dass ich mir nicht zu sehr wünsche, sie würden einfach nur vorübergehen wie das ganze Leben. Aber nein, eine einsamere Welt als diese dürfte …
Und was hätte ich schon sein wollen, in dieser Welt, wenn nicht genau dieser einzige Augenblick.
2022/05/25
Geblieben ist nach all den Worten und Wochen die Erinnerung an einen ganz bestimmten Blick, vage ein Gesicht dahinter, das mir zuweilen noch immer durch meine Gedanken folgt. Ein Blick, bei dem ich für einen winzigen Augenblick das Gefühl hatte, es würde nicht irgendjemand angesehen werden, sondern tatsächlich mich, und das was ich bin.
2022/05/24
Vielleicht bin ich um jeden Abschied dankbar; ist’s doch an ihm, mich vor mir selbst zu erlösen.
2022/05/18
Mit niemanden kann und muss ich heute sein, der auch mit einem anderen könnte. Ich weiß nicht, woher sie es nehmen, aneinander zu glauben.
2022/04/26
Noch immer denke ich vereinzelt an das Schreiben eines Buches, doch ist mir nie ein Anfang gelungen. Vielleicht wollte ich zu viel; vielleicht mangelt es mir schlicht an Talent und Phantasie. Jeder Satz soll ein Leben sein, jedes Leben ein Satz. Alles, das ich gedacht habe und mir besonders schien. Der Klang der Worte, die Bilder und Gedanken, die sie hervorrufen. Das alles sollte am Ende mein Leben gewesen sein, so dass ich aufrichtig sagen könnte: Seht, das bin ich. Vielleicht ist das zu viel verlangt. Vielleicht würde ich selbst, wenn ich zu mehr fähig wäre, noch immer nach mehr verlangen. Des Mangels an Worten, ihrer Grenzen bewusst, doch nicht davon ablassen wollen, noch können; immer über das Mögliche hinaus, wie Träumer, die unentwegt nach Sternen greifen. Einziges, wie uns das Schreiben scheint. Wenn ich die Handlung wüsste; ich glaube …
Nach draußen, mit einem Blick, der nichts mehr hält, aus dem Fenster hinaussehen. Erklären, was keiner verstehen kann; verstehen, was keiner erklären kann. Ohne Anfang, und Ende sein. Niemandem etwas entschuldigen müssen, weil es nichts zu entschuldigen gibt. Aufgelöst, vom Leben abgelöst sein. Gleich, ob nun ersetzt; oder fallengelassen. Eines, wie das andere.
2022/04/14
Zu sterben heißt, vom Leben entschuldigt zu sein.
2022/04/14