Meine ganze Seele schmerzt mir.
2020/08/01
Kein Gefühl jagt und zerfrisst mich sehr wie jenes nicht ausdrücken zu können, was ich da fühle, in meinem Inneren. Kein Gedanke, kein Wort wiegt schwerer als jenes, dass ich nicht auszusprechen vermag. All das sinkt in meinem Inneren still auf einen dunklen Grund, dessen Boden nicht einmal ich selbst kenne.
2020/07/27
Ich existiere für und vor niemanden; und wenn ich nicht an manchen Tagen in einen Spiegel blicken würde, würde ich nicht einmal für mich selbst sein. Haben wir überhaupt Gesichter, so ohne jemanden, der nach uns sucht?
2020/07/17
Ich kann vergessen, wenige Tage, vielleicht sogar Monate; doch keine Jahre ungeschehen machen.
2020/07/01
Wie ein unerwarteter Brief in einem Briefkasten hast Du einst plötzlich in meinem Leben gelegen. Ein Einschreiben ohne Rückschein, unmöglich Dich, und das, was wir einmal waren, wieder loszuwerden, von neuem anzufangen, zu leben, als hätte es uns, und Dich, nicht und nie gegeben.
2020/06/19
Jetzt, wie ich hier stehe, der Gewitterwind angenehm über meinen Körper streicht und ich stumm aus mir hinausblicke, merke ich, dass ich zu sehen gelernt habe. Nicht die Hügel und Felder vor mir, die Dörfer, Windräder und vereinzelten Strommasten am Horizont. Die Wolken links hinten bedrohlich und tief blaugrau, rechts davon ein Keil, blauer Himmel, imposante weißgraue Ungetüme, größer als jeder Berg, den ich je bestiegen habe. Wolkenberge. Ich höre, dass der Wind, der mich umspielt, im Feld zu meiner linken anders klingt als zu meiner rechten. Die Halme geschmeidig, ein See, ein Wiegenlied. Und wieder anders ganz da hinten, in den Bäumen. Das hier, das sehe und fühle ich schon so lange. Es ist zuhause in mir. Je einsamer ich bin, desto mehr. Vielleicht weil alles in der Natur schöner wird je einsamer ich werde. Nein, das was ich …
Ich weiß nicht, wie es ist, gemeinsam zu sein. Aber ich weiß, wie es ist, alleine zu sein. Und davon kann ich erzählen.
2020/05/31
Ich bin ein schöner Mann, und ein furchtbar einsamer.
2020/05/23
Mein Großvater sagte einmal zu mir, die Einsamkeit der ganzen Welt würde sich nach und nach auf der dunklen Seite des Mondes sammeln. Und eben deshalb könne man sie zwar nicht sehen, aber doch jederzeit fühlen. Und weil das nun einmal so sei mit der Einsamkeit, mit ihr und den Menschen, müsse man einander immer ganz genau in die Gesichter, und Augen blicken. Man müsse darin aber nach jenem suchen, das man eben nicht unmittelbar sehen, sondern nur erspüren könne. Ein wenig so, wie wir manchmal auch auf das Meer und die Gezeiten hinaussehen, um vom Mond zu erfahren. Und überhaupt seien Gefühle doch wie das Meer, vor allem die Einsamkeit hinter unseren Augen ebenso endlos und weit. Bis zum Horizont, und manchmal auch darüber hinaus. Gleich, ob unserem, oder dem von allem, falls es so etwas denn überhaupt gibt. …
Und heute, was ist heute? Denkst Du da auch an mich? All die Jahre Tag um Tag an mich gedacht; und doch nie auch nur einen einzigen Schritt in meine Richtung gegangen. All die Jahre lieber alleine, oder mit anderen gewesen, statt mit dem, von dem Du einmal sagtest Du würdest ihn in Deinem Herzen tragen. Als hätte man seine Geringschätzung je stärker zum Ausdruck bringen können. Was willst Du mir also erzählen, von der Liebe?
2020/05/08