Lieber (…),
vielleicht geht es uns beiden manchmal ähnlich, dass uns Erinnerungen beschäftigen, die wir mit niemandem so recht teilen können (ganz abgesehen davon, dass wir selbst auch zum Vergessen neigen). Ich glaube es ist nicht weiter wichtig, ob es Erinnerungen an Ereignisse sind, die man von vornherein alleine erlebte oder ob die Menschen, mit denen man sie erlebte, nicht mehr greifbar sind. Ich denke auch Erinnerungen sind eine Form bzw. ein Teil von Einsamkeit.
Ich für meinen Teil habe mir angewöhnt manche meiner Gedanken zu notieren. Eine regelrechte Sammlung habe ich mittlerweile. Sinn und Zweck ist, abgesehen vom Prozess des Schreibens selbst (auch wenn das Schreiben manchmal Lüge scheint), ein Abbild davon zu schaffen, wer und wie ich gewesen bin. Auch wenn ich zuweilen daran zweifle, sage ich mir doch, dass nicht wichtig ist, ob es gut oder schlecht …