Die Zeiten, in denen wir uns vertraut über Musik, die uns jeweils bewegte und begleitete, austauschten, sind lange vorüber, oder? Ich fürchte, keine, die Du mir anzubieten wüsstest, wäre mir dunkel und arg genug. Die Musik, die uns verband, die Musik, die uns beide gleichermaßen berührte, existiert nicht länger, denn dahinter wartet kein Leben, keine gemeinsame Zeit mehr, von der wir es, gleich wie närrisch wir uns anstellten, behaupten könnten. Längst will ich nicht mehr mit Dir lachen, will nicht mehr mit geschlossenen Augen, Deinen Kopf auf meiner Brust spürend, von kommenden Tagen träumen, sondern schreien. SCHREIEN will ich, und die Musik aufdrehen, immer lauter und lauter, bis mir schließlich und endlich doch noch der Kopf platzt; oder es wenigstens die ganze verdammte Welt mit einem lauten Knall zerreißt. Denn beides, beides käme mir gelegen. Das. Das ist Musik für mich. Heute. Dunkel muss sie sein, nicht hell.
2025/03/16