Ich bin geflohen heute, ausgerechnet geflohen vor lauter Sehnsucht, die ich plötzlich empfand und nicht wusste wohin mit ihr. Mir war, als würde es mir sonst die Seele zerreißen, ich bliebe auch nur eine einzige weitere Sekunde hier bei ihr. Ebenso kopf- wie wortlos rannte ich davon, stieß nur eilig die Luft zwischen meinen Lippen hinaus, wie ich es sonst manchmal schon tat, stand ich einsam im Sturm, irgendwo an einem der unzähligen Meere dieser Welt. Doch ein Meer war hier nicht, auch kein Sturm, nur ein Gesicht in das ich hin und wieder verstohlen blickte und mich fragte, ob es wirklich dasselbe sein kann, das mir schon Wochen zuvor hier einmal aufgefallen und dann verschwunden war. Doch was ich jetzt spürte, kam jedem Sturm gleich. Schlimmer noch. Was ich sah, brannte in mir, stärker der Brandung, bis mir nur die Flucht blieb. Auch Stunden später, längst Nacht geworden, ich hellwach auf dem Bett liegend, spürte ich noch immer dieses Gewicht, das es in mir zu hinterlassen verstand. An ein Wegrennen war nicht mehr zu denken; und so blieb mir einzig die Musik, doch diese dafür umso mehr. Bloemfontein mit „My Face Is A City“, 2004. Dieses Lied, das bist nun Du für mich.
2024/08/31