Nichts von dem, das Du sagst, hat einen Anfang; nichts von dem, das Du verschweigst, hat ein Ende.
2024/02/26
Nichts von dem, das Du sagst, hat einen Anfang; nichts von dem, das Du verschweigst, hat ein Ende.
2024/02/26
Für Stunden war ich zwischen Orten, für Tage zwischen Küsten, für Wochen fern einer Heimat – und für ein Leben fern aller.
2024/02/22
Ein Lächeln später,
ein Leben früher –
alles bleibt.
2024/02/14
Wenn Du jung bist, glaubst Du, Du wirst nie wieder so jemanden kennenlernen. Dann wirst Du älter, hast plötzlich das Gefühl in jedem nur noch ein und dasselbe wiederzufinden, bleibst alleine zurück und wünscht Dir nichts sehnlicher, als noch einmal in jene Zeiten zurückkehren zu können, in denen Du jemanden für besonders erachten konntest.
2024/02/10
Nicht unwahrscheinlich ist es, dass in einem dystopischen Staat nur der Rückzug ins eigene Ich bleibt, liefe man doch andernfalls Gefahr, den eigenen Verstand zu verlieren, ist es doch das der degenerativen Gesellschaft Ausgesetzt-sein, das mehr korrumpiert, als es eigenes Seelenunheil je könnte. Je mehr ich von anderen höre, je mehr ich von diesen Menschen lese, desto mehr fürchte ich, am Ende in ihren Reihen enden zu können.
2024/02/05
Wie muss ein Mensch leben und träumen, dass der erste Gedanke, den in ereilt, wie er spät in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wird, jener ist, noch im Leben keinem begegnet zu sein, mit dem selbst ein Hauch von Verbundenheit nie im Bereich des Möglichen gelegen hätte? Wie, wenn nicht ein Leben im Ungelebten.
2024/01/28
Wie einsam’s unter Menschen ist,
verstehste erst
wie Du versuchst, ’s nicht mehr zu sein.
2024/01/01
Im Sturmwind; es ist so herrlich einsam hier.
Ich glaube, mein künstlerisches Exil trägt nach und nach erste Früchte. Zögerlich zwar, das schon, aber doch bemerkbar. Ich habe mich gut eingelebt hier, habe diesen Ort als neues Zuhause auserkoren, wenn auch nur vorübergehend, wie das immer ist, in meinem Leben. Und ich sage mir, dass alles gut ist, solange ich nur Tag um Tag wenige oder gar einige Stunden an der frischen Luft verbringe. Etwa heute, im Sturmwind auf sumpfigen Weiden und zwischen Bäumen unterwegs, hier und da noch immer Reste des vergangenen Schnees. Was man von dort aus sehen konnte? Niemanden. Weit und breit keine Menschenseele. Und wenn ich doch einmal unter Menschen muss, um meine Vorräte aufzustocken, sind sie mir meist doch viel zu nahe.
2023/12/20
Vielleicht ziehe ich fort, in eine Gegend in der ich zwar öfter unterwegs war, doch dort stets nur in meinem Wagen schlief. Es wäre etwas anderes, eine Spur von einem neuen Leben. Vielleicht ein wenig der zwei, drei Nächte, die ich vor wenigen Wochen in der Nähe einer Alm verbrachte. Nicht umsonst habe ich gemerkt, dass ich eigentlich überall leben könnte, brauche ich doch nur wenig, lasse nichts zurück und finde nichts und niemanden vor. Mit etwas Glück bleiben mehrere Optionen und eine jede davon ein eigenes Leben. Ich könnte in einem Gasthof leben, in einer Altbauwohnung in der überschaubaren Innenstadt oder gar in einer Ferienwohnung etwas außerhalb, dort viel Raum und Luft zum Atmen. Es ist seltsam, denn überall sonst gäbe es keinen Wohnraum mehr; dort anscheinend doch. Hätte ich das früher gewusst,- ich wäre vielleicht im letzten Winter …
Gleich, dass er mir zuletzt so häufig den letzten Nerv‘ zu rauben drohte, ich zuweilen kaum noch nach draußen wollte – jetzt, wie ich das erste Mal wieder zuhause wach lieg‘, ein festes Dach über meinem Kopf hab‘, ist’s so furchtbar still, dass ich’s kaum mehr ertragen will. Von allen, von allen fehlt mir er am allermeisten, der Wind, in jeder Nacht. Selbst dann, wenn er einmal ruhte, in der Ferne,- so leer wie hier, war’s lange nicht. Nie.
2023/11/10