Das erste Licht, nach tagelanger Nacht und Dunkelheit,
die erste Musik, nach Stille und Sturm,
die ersten Worte, nach jahrelangem Schweigen;
doch nichts, wie eine einzige Berührung nach einem Leben ohne.
2022/10/28
Das erste Licht, nach tagelanger Nacht und Dunkelheit,
die erste Musik, nach Stille und Sturm,
die ersten Worte, nach jahrelangem Schweigen;
doch nichts, wie eine einzige Berührung nach einem Leben ohne.
2022/10/28
Wohin nur mit all den Sätzen, die ich längst nicht mehr alle behalten kann. Sätze, die ich vielleicht gerade deshalb nicht vergessen will, weil ich sie schrieb, um etwas in Erinnerung zu behalten.
Wenn ich schreibe, gelingen vereinzelt Sätze, Sätze mit denen ich ungemein zufrieden, vielleicht sogar ein wenig stolz auf sie bin, ganz einfach, weil ich das Gefühl habe, dass sie sagen, was ich beabsichtigte. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Nicht dem Satz, der so wie er ist, für den Moment genug ist, aber vielleicht mir selbst, weil ich mich dann frage, was jetzt wird, mit diesem Satz, den außer mir keiner liest. Doch bin ich mir sicher, dass ich nicht nach Aufmerksamkeit suche, bliebe doch immer die Gefahr, dass ein Leser ihn nicht verstehen, oder etwas ganz anderes darin sehen würde.
Vielleicht will ich das, …
Alleine zu sein, heißt mich selbst zu sein, bin ich doch selbst alles, das mir bleibt.
Wenn ich alleine bin, ist nicht länger wichtig, dass nichts an mir genug ist, bin ich doch selbst alles, das mir bleibt. Alleine zu sein, heißt mich selbst sein zu dürfen, ganz ohne, dass ich mir, in ihrem Schatten stehend, meiner Unzulänglichkeit bewusst wäre, die sie mich ablehnen lässt.
2022/10/27
Das Schöne am Schreiben ist, dass ich die Menschen darin größer machen kann, als sie es in Wirklichkeit waren.
Ich habe, weil ich in den Tagen und Nächten der vergangenen Wochen viel Zeit hatte, einen Großteil meiner Erzählungen überarbeitet. Ich habe vereinzelt Sätze umgestellt, vor allem aber hier und da etwas ergänzt, mal mehr, mal weniger. Ergänzungen von denen ich jetzt, wo sie erst einmal da sind, weiß, dass sie nicht hatten fehlen dürfen. Ob es nun gut ist, was ich geschrieben habe? Wahrscheinlich nicht, aber besser als zuvor wird es mit Sicherheit sein.
Punktuell überarbeitet habe ich die Dilogie von Leila, sowie Von der Traurigkeit, Nichts sein (Blue Mountains), Mein Opa Wilhelm, Vom Meer in mir (Spurensuche) und Wir wollten doch alles anders machen. Etwas weitergehend Aus einer Nacht, Vom Vorüberziehen der Städte …
Ich will schreiben, wie ich erzähle. Gerade so, wie es mir in den Sinn kommt, die Worte und Geschichten, die schon viel zu lange in mir warten mussten, aus mir hinausströmen. Ein munteres Hin und Her, ohne Punkt und Komma, allenfalls von kleineren Pausen begleitet, doch nicht aus Grübelei, sondern einem kurzen Verschnaufen, dem Luftholen vor einem weiteren Purzeln der Worte. Ich will schreibend erzählen, so als hätte ich tatsächlichen jemanden, der mir zuhören wollte.
2022/10/06
Ich weiß nicht, was sich von dem, das ich geschrieben habe, zugetragen oder nicht zugetragen hat. Weiß nicht, was ich davon tatsächlich erlebt, oder es mir nur erträumt und erdacht habe. Ich weiß es nicht, nicht etwa, weil ich es nicht wissen wollte, sondern weil sich alles gleich anfühlt; und das, was ich mit meinen Worten festgehalten habe, ohnehin längst zur Wirklichkeit wurde. So wirklich und nahe, dass mir manchmal, wenn ich schreibe, zumute ist, als wäre ich ganz wo anders, wüsste zwar nicht wo, aber dass ich irgendwann einmal wieder davon zurückkehren müsste. Nicht vom Unwirklichen ins Wirkliche, sondern nur von einer Sache zu einer anderen.
2022/10/02
Sich das Leben zu nehmen, bedeutet alle Illusionen gegen eine einzige einzutauschen – dass dort, wohin man gelangen wird, alles anders, oder wenigstens nichts mehr sein wird.
2022/09/24
Jedes Bild, ein Sekundenbruchteil. In seltenen Fällen, wenn es dämmert oder mich der Wolkenzug in seinen Bann zieht, auch komprimierte Sekunden und Minuten. Doch dahinter, die Stunden und Tage, in denen ich darauf wartete. Manchmal auch Jahre, in denen ich Ort und Vorstellung mit mir herumgetragen hatte. Eine weitere Ebene dahinter, viel versteckter, auch mein Leben. Dass ich mir nicht immer aber oft gewünscht hatte, es hätte auch ein wenig von ihrem. Ein schönes Bild, sagen sie und wenden sich ab. Ich habe mein Leben dafür gegeben, entgegne ich, auch wenn das nicht ganz stimmt, schließlich lebe ich noch und schien ohnehin keine Wahl zu haben. Einen zweiten Blick werfen sie nun darauf, ein wenig länger sogar, doch runzeln sie die Stirn. Jetzt kann ich sehen, was sie sehen, weil ich es selbst sehe, immer schon getan habe. …
A thousand things on my mind;
nothing but a lonely life.
2022/09/16