Besondere Tage sind das, dieser Tage. Sommerlich warm, das schon, doch (noch) nicht zu heiß; und die Abende sind wunderschön. Der Wind ist da, wie so oft mittlerweile, doch wenigstens nicht zu kräftig, angenehm dagegen. Sogar gemeinsam unterwegs gewesen bin ich, vereinzelt und jüngst zumindest, vertraut und doch nicht vertraut, ein Bekannter, der gegenwärtig zu Besuch ist. Jüngst stoppten wir bei einem eigentlich nett gelegenen Seniorenheim hier in der Gegend – er hatte jemanden zu besuchen. Ich wartete davor, saß im Schatten, wollte nachdenken, doch eine ältere Dame erkannte mögliche Gesellschaft in mir, rollte heran, verwickelte mich für einige Zeit, eigentlich bis zu unserem Aufbrechen, in ein Gespräch. Sie fragte mitunter wie alt ich sei, ich musste überlegen, rechnete, verrechnete mich ohne davon zu wissen, nannte ihr ein falsches Alter. Grübelte dann im Stillen – hatte ja gar nicht gewusst, dass ich schon so alt bin. Erst später dann wurde mir klar, dass es noch nicht ganz so weit ist und erkannte vielmehr, wie erfolgreich ich mittlerweile das Verdrängen betreibe (vielleicht ist das ein Zeichen des Alterns). Denn es stimmt: ich ignoriere mein Alter so sehr, dass ich, werde ich danach gefragt, nicht antworten kann, denn ich weiß es wahrlich nicht. Die Wahrheit ist: es ist dieselbe Technik, die ich anwendete, um Maries Telefonnummer nicht länger wissen zu können. Jedenfalls, die Dame war nett; und viel Besuch schien sie nicht zu bekommen. Und ich selbst, wer würde mich einmal besuchen? Also nehme ich sie, diese seltenen Sommerabende; verdränge, und erfreue mich gleichermaßen.
2025/06/19