Weißt Du, was ich manchmal vermisse? An kalten, grauen Wintertagen, am Besten gleich in der ersten Abenddämmerung, mit Musik in den Ohren ziellos durch die Stadt zu streifen, zwischen all den nichtssagenden Gesichtern und Gestalten hindurchzugleiten und dabei doch bestens aufgehoben zu sein, denn keineswegs unverstanden fühlte ich mich, war’s die Musik, die ich bei mir trug. Ich meine, Musik bringt uns nicht näher, Dich und mich, auf keinen Fall sogar, doch ist sie’s, die unausweichliche Einsamkeit auch zu etwas Wundervollem werden lässt.
Manchmal, wenn ich Musik höre, glaube ich instinktiv zu fühlen, dass, wer auch immer das ist und war, der diese Musik erschaffen hat, vom Leben doch mehr verstand, als all die anderen Menschen, denen ich tatsächlich einmal über den Weg gelaufen war. Wenn ich träumen will, träume ich von Abendfarben.
2025/01/30
(Schlimm ist’s nur, wenn ich, noch immer unter Menschen, plötzlich die Musik einmal ablegen würde; ich erinnere mich, dass ich’s nur tat, wenn ich in der Stille eines in der Nacht gänzlich verlassenen Parks angekommen war.)